Seit November nimmt die Universitätsklinik für Radiotherapie und Radio-Onkologie der PMU (Paracels Medizinische Universität) den mittlerweile fünften Linearbeschleuniger modernster Bauart in Betrieb. Für das neue Großgerät musste ein eigener Strahlenschutzraum gebaut werden. Allein die strahlensichere Tür zum Schutzraum wiegt zwei Tonnen. Die Investition von 7 Millionen Euro war aufgrund des steigenden Bedarfs in der Versorgungsregion Salzburg notwendig geworden. „Das Land Salzburg investiert viel in die onkologische Versorgung der Region. Die Strahlentherapie ist besonders schonend, schnell und kann fast immer ambulant angewendet werden. Darum war es uns ein großes Anliegen, gerade hier ausreichend Kapazitäten für die steigende Zahl der Krebsbehandlungen zur Verfügung zu stellen“, so Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi anlässlich der Inbetriebnahme. Denn nun können täglich bis zu 200 Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen am Universitätsklinikum Campus LKH diese oft lebensrettende Therapie erhalten.
Millimetergenaue Behandlung von Tumoren
Die Strahlentherapie ist neben der medikamentösen (konservativen) sowie der chirurgischen Therapie die dritte Säule der Krebsversorgung. Mehr als die Hälfte aller onkologischen Patientinnen und Patienten benötigt sie im Laufe der Erkrankung. Dabei ist eine gute Balance von Wirksamkeit und Verträglichkeit unerlässlich für den Erhalt der Lebensqualität.
Wesentliches Ziel der Strahlentherapie ist es, einen Tumor präzise zu treffen und gleichzeitig die umliegenden Organe zu schonen. Dafür werden hochenergetische Strahlen im Beschleuniger erzeugt, durch spezialisierte Techniken geformt und aus verschiedenen Richtungen gezielt in den Körper eingestrahlt. Auch der neue Beschleuniger ermöglicht dabei eine millimetergenaue Behandlung von Tumoren in nur wenigen Minuten pro Sitzung und das bei kurzen Gesamtbehandlungszeiten und kurzen Wegen für die Betroffenen.
Onkologische Fachdisziplinen eng verzahnt
Für den Erfolg einer onkologischen Behandlung ist neben der Qualität der einzelnen Therapieformen ein optimal auf die jeweilige Person abgestimmtes Behandlungskonzept entscheidend. Hierzu stehen am Universitätsklinikum für jede Krebsart Expertinnen und Experten aller beteiligten Fachrichtungen zur Verfügung, die sich wöchentlich im Rahmen sogenannter Tumorboards treffen. „Durch diese enge persönliche Verzahnung aller beteiligten Fachdisziplinen stellen wir sicher, dass unsere onkologischen Patientinnen und Patienten in einem interdisziplinär entworfenen und auf die individuellen Umstände des Einzelnen abgestimmten Gesamtkonzept behandelt werden“, erklärt Professor Falk Röder, Institutsvorstand der Universitätsklinik für Radiotherapie und Radio-Onkologie. Besonderer Dank gelte dem Land Salzburg für die Finanzierung und allen Beteiligten für die reibungslose Umsetzung des Projekts: „Mit dem neuen Linearbeschleuniger können wir am Universitätsklinikum weiterhin für alle Patientinnen und Patienten aus unserem Versorgungsgebiet zeitnah die modernsten strahlentherapeutischen Leistungen allein durch die Salzburger Landeskliniken gewährleisten.“