Jeder Patient verdient individuelle Fürsorge – noch vor dem ersten Schritt ins Haus

Jeder Patient verdient individuelle Fürsorge –  noch vor dem ersten Schritt ins Haus
Dr. Jakob Pann Ärztlicher Leiter FA für Anästhesiologie & Intensivmedizin

Wie die Privatklinik Salzburg mit einem ganzheitlichen Anästhesie-Konzept das schmerzfreie Krankenhaus zur gelebten Realität macht – ein Gespräch mit Dr. Jakob Pann.

Herr Dr. Pann, die Privatklinik Salzburg versteht sich als „schmerzfreies Krankenhaus“. Was steckt hinter diesem Anspruch?

PANN: Der Begriff klingt zunächst wie ein Marketing-Versprechen – für uns ist er ein verbindlicher Qualitätsstandard. Schmerzfreiheit beginnt bei uns nicht erst nach dem Eingriff, sondern bereits weit davor. Wir haben ein Betreuungsmodell entwickelt, das die gesamte perioperative Phase umfasst: von der ersten Kontaktaufnahme über die Operation bis hin zur vollständigen Erholung auf der Station. Schmerz und Angst sind zwei Seiten derselben Medaille – wer beides ernst nimmt, behandelt den ganzen Menschen.

Sie betonen, dass Patientinnen und Patienten den Anästhesisten bereits kennen, bevor sie die Klinik betreten. Wie funktioniert das in der Praxis?

PANN: Wir haben bewusst den klassischen Ablauf verändert. Das Erstgespräch mit dem zuständigen Anästhesisten findet nicht am Vorabend der Operation statt, sondern bereits im Vorfeld – oft noch zu Hause. Per Telefon oder Videogespräch nehmen wir Kontakt auf, erfragen Vorerkrankungen, Medikationen und natürlich die persönlichen Wünsche und Ängste des Patienten. Das hat einen enormen Effekt: Wenn ein Patient am Operationstag eine bekannte Stimme hört, ein vertrautes Gesicht sieht, sinkt das Stresslevel nachweislich – und das ist medizinisch relevant. Weniger Stresshormone bedeuten stabilere Kreislaufverhältnisse, ein ruhigeres Aufwachen und eine schnellere Erholung. 

Wie werden die Narkoseverfahren an die einzelnen Patientinnen und Patienten angepasst?

PANN: Es gibt keine „Standard-Narkose“. Jedes Verfahren wird maßgeschneidert – abhängig von Art und Dauer des Eingriffs, dem Allgemeinzustand, bestehenden Erkrankungen und den ausdrücklichen Präferenzen des Patienten. Wir setzen dabei sehr gezielt auf Regionalanästhesieverfahren: Nervenblockaden, rückenmarksnahe Techniken, Plexusanästhesien. Diese haben gegenüber der reinen Allgemeinnarkose entscheidende Vorteile – geringerer Opiatbedarf, weniger Übelkeit, schnellere Mobilisierbarkeit. In vielen Fällen kombinieren wir beide Verfahren. Der Patient wird in diese Entscheidung aktiv einbezogen – er versteht, was wir tun und warum.

Postoperative Übelkeit – PONV – ist für viele Patientinnen und Patienten fast gefürchteter als der Schmerz selbst. Wie gehen Sie damit um?

PANN: Das stimmt, und es wird in vielen Häusern noch immer unterschätzt. PONV ist für Betroffene ausgesprochen belastend und verzögert die Erholung erheblich. Wir erheben bereits im Erstgespräch systematisch das individuelle Risikoprofil jedes Patienten. Alle bekannten Risikofaktoren werden bei der individuellen Narkoseplanung berücksichtigt. Hierzu gehören unter anderem Nichtrauchen, weibliches Geschlecht, frühere PONV-Episoden oder Reisekrankheit sowie ein hoher perioperativer Bedarf von Opioiden. Wir wählen PONV-arme Anästhesieverfahren – etwa intravenöse Techniken mit Propofol statt Inhalationsanästhetika – und kombinieren dies mit einer gezielten prophylaktischen Medikation. Das Ergebnis: unsere PONV-Rate liegt weit unter dem nationalen Durchschnitt.

´Wie sieht die Betreuung nach der Operation aus – endet die Rolle des Anästhesisten mit dem Aufwachraum?

PANN: Die Betreuung durch uns Anästhesisten endet nicht im Aufwachraum. Während des gesamten stationären Aufenthalts bleiben wir für unsere Patienten feste Ansprechpartner. Wir führen regelmäßige Visiten auf der Station durch – nicht als bürokratischer Pflichtbesuch, sondern als echtes Gespräch: Wie schlafen Sie? Haben Sie Schmerzen? Wie fühlt sich die Mobilisation an? Auf Basis dieser Rückmeldungen passen wir die Schmerztherapie laufend an. Wir arbeiten mit modernen multimodalen Konzepten: Kombination verschiedener Wirkstoffklassen, Regionalanästhesie als Basis, ergänzt durch nicht-opioide Analgetika. Jede Schmerztherapie ist so individuell wie der Patient selbst.

Was unterscheidet die Privatklinik Salzburg in diesem Bereich von anderen Häusern – was ist das eigentliche Alleinstellungsmerkmal?

PANN: Es ist – und das klingt vielleicht simpel, aber ich meine es sehr ernst – die Zeit, die wir uns nehmen, und die Kontinuität, die wir garantieren. In vielen Kliniken wechseln die Anästhesisten täglich, Patienten sehen die betreuende Person erst unmittelbar vor dem Eingriff. Bei uns ist es derselbe Arzt: vom ersten Telefonat über das präoperative Gespräch, den Eingriff selbst, den Aufwachraum bis zur letzten Visite vor der Entlassung. Diese Kontinuität schafft Vertrauen und Sicherheit. Medizin kann noch so technisch hochwertig sein: Was Patienten wirklich heilt, ist das Gefühl, in guten Händen zu sein.

 

www.privatkliniksalzburg.at

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