Auf Besuch bei den bayerischen Nachbarn: Gemütlich über die Kretabrücke auf die Bürgermeisterhöhe. Der Gedenkstein auf der Kretabrücke erinnert an den brutalen Krieg der deutschen Gebirgsjäger gegen die Zivilbevölkerung der Insel. Wussten Sie, dass es in Bad Reichenhall eine Kretabrücke gibt? Das ist die große Brücke der St 2101 von Reichenhall über die Saalach Richtung Thumsee. Die Brücke ist nach einem Denkmal am Straßenrand benannt. Dieses erinnert an den brutalen Terrorkrieg der deutschen Gebirgsjäger gegen die Zivilbevölkerung der griechischen Insel in den Jahren 1941 bis 1944. Gedacht wird hier freilich nicht der ermordeten Zivilbevölkerung, sondern der Opfer aufseiten der Täter. Viele der Gebirgsjäger stammten aus der benachbarten Kaserne in Bad Reichenhall. An diesem Denkmal kommt man vorbei, wenn man auf einer insgesamt knapp dreistündigen Rundwanderung auf die Reichenhaller Bürgermeisterhöhe will. Das bewaldete Berglein lässt sich auch im Sommer im Schatten der Bäume gut erwandern und gibt immer wieder feine Ausblicke frei. Benannt ist die Anhöhe übrigens nach dem Apotheker Mathias Mack; er war im 19. Jahrhundert Bürgermeister der Salinenstadt und ließ an den Berghängen Gastgärten und Wanderwege anlegen. Er war nicht nur Mitbegründer des Kurtourismus in Bad Reichenhall sondern auch der erste, der den Gästen geführte Wanderungen in der Umgebung der Stadt angeboten hatte.
Ausgangspunkt Bahnhof Bad Reichenhall
Für unsere Wanderung auf die Bürgermeisterhöhe brauchen wir freilich keinen Bergführer. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Bad Reichenhall. Hierher entweder mit den Öffis oder wer es sportlicher mag mit dem Fahrrad von Salzburg. Am beschilderten Radweg entlang der Saalach von Liefering sind es ja nur rund 16 Kilometer.
Vom Bahnhof geht es die Wittelsbacher- und die Innsbruckerstraße nach Süden am Bürgerbräu vorbei bis zur Bundesstraße 20. Hier kurz rechts zum Kreisverkehr bei der Saline und wenige Meter zur Kretabrücke. Der oben beschriebene Gedenkstein steht etwas versteckt an der Nordseite der Brücke bei dem Wegweiser „Kaserne/Predigtstuhlbahn“. Danach beim Fußgängerübergang auf der linken Saalachseite in die Nonnerstraße bis links der Schoedlweg abzweigt. Diesem folgt man bis zur Luitpoldbrücke und weiter nach Süden bis zur Talstation der Predigtstuhlseilbahn.
Von der Talstation am Fußweg oder entlang der Zufahrtsstraße hinauf zum Parkplatz 2 und zum Berghof Schroffen. Dieser stammt aus der Zeit des oben erwähnten Bürgermeisters Matthias Mack. Hier beginnt der Anstieg auf die Bürgemeisterhöhe (Wegweiser) nach Südwesten über viele Kehren, einige Flachstücke und einen kleinen Felsdurchschlupf. Der schattige Wald gibt immer wieder einige schöne Blicke frei. Der „Gipfel“ liegt dann knapp neben dem Hauptweg (Wegweiser). Von hier sieht man dann den Staufen in voller Pracht und sogar noch ein Zipferl des Thumsee dazu.
Zwei Abstiege
Der Abstieg von der Bürgermeisterhöhe folgt man dem markierten Kugelbachweg weiter - leicht fallend - nach Westen bis zu einem Wegweiser. Hier nach links die „Teufelsschlucht“ hinunter und auf Ost drehend über Kibling retour bis man auf die Zufahrtsstraße zum Parkplatz der Seilbahn trifft.
Schöner, aber geringfügig anspruchsvoller, ist der Abstieg anfangs wie oben von der Bürgermeisterhöhe am markierten Kugelbachweg weiter nach Westen bis zu dem Wegweiser. Hier entlang eines gut erkennbaren, auf der AV-Karte auch deutlich eingezeichneten, aber nicht markierten Steiges nach Norden, dann weit nach Nordosten querend bis zu einem wieder markierten Weg. Achtung: Dass der Steig nicht markiert ist hat einen guten Grund, hier herrscht trotz der Bewaldung eine nicht zu unterschätzende Steinschlaggefahr. Man bleibt aber nur kurz auf diesem etwas breiteren Weg. Bald trifft man auf den nächsten Wegweiser, hier geht es dann bei der Abzweigung rechts haltend auf einem schmäleren, fallweise mit breiten Stiegen versehenen Steig nach Osten, bis man wieder beim Berghof Schroffen ankommt. Die Wegweiser und die Markierung „Salzalpensteig“ sind unübersehbar. Wer hier die Augen offen hält wird auch immer wieder kleine Miniaturen am Wegesrand finden, wir befinden uns am „Zwergerlweg“, der von Schroffen zum Thumsee führt.
Historische Seilbahn
Wer Zeit und Lust hat, sollte sich auch die Predigtstuhlbahn ansehen. Sie ist ein besonderes Schmuckstück der Ingenieurskunst. Die Bahn wurde in den 1920er-Jahren als Antwort Bad Reichenhalls auf Wirtschaftskrise und Depression erbaut und gilt bis heute technisch wie architektonisch als für den modernen Seilbahnbau wegbereitend. Die Seilbahn steht unter Denkmalschutz.
