Zum gläsernen Kreuz auf die Schartwand

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Das Gipfelkreuz auf der Schartwand im Tennengebirge ist zur Attraktion geworden. Die Bergtour auf den 2339 Meter hohen Gipfel ist sehr gut mit Öffis machbar und kann mit einer Hüttenübernachtung „entschärft“ werden.

Es gibt viele Arten von Gipfelkreuzen: die aus einigen Baumstämmen zusammengenagelten schlichten Kreuze wie das auf der Lungauer Gröbnitzen, die mit christlicher Symbolik aufgeladenen wie das am Eiskogel im Tennengebirge, die mit edlen Steinen geschmückten wie das am Hohen Göll; und dann gibt es das Kreuz auf der Schartwand im Tennengebirge. Es ist ganz aus Glas. Seit 2010 ziert die vorher wenig besuchte Schartwand das gläserne Kreuz. Seither ist der Berg für einigermaßen Geübte ein regelrechtes Ausflugsziel geworden.

Die Bergtour auf die Schartwand führt von Werfenweng entweder vom Ortsteil Wengerau oder vom Ortsteil Zaglau über die Tauernscharte direkt auf das mächtige Karstplateau des Tennengebirges in eine faszinierende Kalklandschaft, abweisend und doch einladend mit einem ins Endlose gehenden Blick auf die karge Hochebene. Im Blick das Dachsteinmassiv, der mächtige Hochkönig und am Horizont die Hohen Tauern samt Großglockner – daher auch der Name Tauernscharte. 

Sanfte Anreise - zwei Hütten

Eine Tour auf die Schartwand kann schon zu Hause beginnen. Zuerst mit dem Zug nach Werfen, Pfarrwerfen oder Bischofshofen, dann mit dem am Vorabend bestellten Shuttlebus nach Werfenweng hinauf. Der kleine Ort im Pongau ist seit Jahren ein Vorreiter in Sachen sanfte Mobilität. Das soll man nutzen.

Wer die Schartwand als Tagesunternehmung angeht, muss sich auf rund 1400 Höhenmeter im Anstieg und auch wieder im Abstieg einstellen. Kommt man aber abends von der Wengerau herauf, kann man auf der Söldenhütte (1526 m, Gehzeit zirka eineinhalb Stunden) übernachten. Der Blick von der Terrasse nach Westen in die über den Hohen Tauern untergehende Sonne ist einzigartig und die beiden Hüttenwirte Anton und Benedikt bieten feines, naturnahes Hüttenerlebnis.

Oder man wählt die Zaglau als Ausgangspunkt, dann wird es noch einfacher: Mit der letzten Seilbahn auf den Bischling (1834 m) und einen kurzen gemütlichen Abstieg nach Norden zum Anton-Proksch-Haus (1586 m). Das Naturfreundehaus wird als bewartete Selbstversorgerhütte geführt. Soll heißen: Selber kochen oder Jause mitnehmen ist angesagt, oder man kehrt beim unmittelbar vor der Hütte gelegenen Minimal:Isst ein. Hier verwöhnt der ehemalige Profi-Skibergsteiger Jakob Herrmann seine Gäste mit außergewöhnlichen Gourmet-Spezialitäten.  

Der Weg in die Tauernscharte

In beiden Fällen – Übernachtung Söldenhütte oder Proksch-Haus nur nach Reservierung! – sind die konditionellen Anforderungen schon deutlich „entschärft“. Immerhin geht es frühmorgens ja schon auf über 1500 Meter Seehöhe los. Zeitig Aufbrechen ist angesagt, der Anstieg ist ziemlich sonnenexponiert. Auf den bezeichneten Wegen (vom Proksch-Haus etwas länger, man kommt auch bei der Söldenhütte vorbei) geht es in die Tauernscharte zwischen Napf (2167 m) und Tauernkogel (2247 m). 

Auch wenn die Tauernscharte (2103 m) der technisch einfachste Anstieg auf das Tennengebirgsplateau ist, Trittsicherheit sollte man auf jeden Fall mitbringen. Ein ganz kurzes Stück ist auch seilversichert. Im Frühsommer können sich auch steile und harte Schneefelder halten, die Mitnahme von Stöcken und Grödel ist dann Pflicht.

Der Gipfelanstieg

Oben in der Tauernscharte ändert sich dann die Landschaft schlagartig. Wir befinden uns im alpinen Gelände. Wer hier konditionelle Probleme spürt, soll es auf jeden Fall bei der Tauernscharte als Ziel belassen oder bestenfalls noch den westlich gelegenen Napf als Gipfel „mitnehmen“. Aber auch Geübte sollen noch einmal über das Weitergehen nachdenken. Vor allem bei drohendem Nebel ist der Weiterweg gefährlich. Die Orientierung am Plateau ist schwierig und man muss unbedingt am markierten Weg bleiben. Links und rechts lauern gefährliche, todbringende Dolinen. 

Passen die Bedingungen geht es von der Scharte kurz hinab in den Eiskogelboden (linkerhand der Eiskogel, rechterhand der Briedkogel) und weiter nach Norden auf die Scharte zwischen Schubbühel und Schartwand zu. Knapp vor dieser Scharte führt dann ein nicht bezeichneter, aber gut erkennbarer und unschwieriger Steig nach Osten auf die Schartwand und man steht neben dem gläsernen Kreuz in einer bizarren Karstlandschaft und grandiosen Landschaftseindrücken.

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